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Klausurtagung der CSU Pfeffenhausen: Nachbericht zum Stadtspaziergang mit 1. Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich

„Wir haben aufgehört, auf den fremden Investor mit dem Geldkoffer zu warten“

Stadtspaziergang mit Bürgermeister und Bezirkstagspräsident Heinrich Auftakt der CSU-Klausur

Pfeffenhausen. Die Vorstandschaft und die Marktgemeinderatsfraktion der CSU Pfeffenhausen machten sich am letzten Freitag in die Stadt Freyung auf, um dort über die aus ihrer Sicht zentralen kommunalpolitischen Themen zu beratschlagen und den inhaltlichen Kurs für das letzte Drittel der Wahlperiode abzustecken. Zum Auftakt der Klausur trafen sich die Christsozialen mit dem 1. Bürgermeister der Stadt Freyung, Dr. Olaf Heinrich, der gleichzeitig dem niederbayerischen Bezirkstag vorsitzt.

Bei einem kurzweiligen Stadtspaziergang zeigte Heinrich auf, wie es gelungen sei, trotz einer sehr schwierigen Ausgangssituation dem Stadtkern wieder Leben einzuhauchen und das Erscheinungsbild der ortsprägenden Immobilien aufzupolieren. „Im Jahr 2011 standen von 173 zum Stadtkern zählenden Gebäuden 43 leer, was einem prozentualen Anteil von 25 Prozent entspricht“, beschrieb das Stadtoberhaupt die Herausforderung. Mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der Städtebauförderung sei es gelungen, „das Ruder herumzureißen“, so Heinrich. Dass die Innenentwicklungspolitik tatsächlich Früchte getragen hat, wurde bei einem Besuch des Stadtplatzcenters erlebbar. Dieses beherbergt auf 4000 m² einen Vollsortimenter, ein Kino, Arztpraxen und Läden mehrerer Einzelhändler. Um den Stadtkern mit seinem Einkaufs- und Kulturangebot gut erreichen zu können, ist seitens der Stadt mit finanzieller Unterstützung der Städtebauförderung eine Tiefgarage mit 171 Stellplätzen gebaut worden. Auch die Wiederinstandsetzung des Gasthauses Veicht, dessen Bewirtschaftung zwischenzeitlich eingestellt worden war, ist ein Paradebeispiel der gelungenen Stadtpolitik. Zusammen mit einem Investor erwarb die Stadt das Gebäude; unter Inanspruchnahme des kommunalen Fassadensanierungsprogramms, das nach Heinrichs Worten stark nachgefragt sei, wurde das markante Gebäude aufwändig saniert und beherbergt nun ein Szenelokal sowie ein Architekturbüro. Auf dem Weg durch die Stadt passierten die Kommunalpolitiker auch den Kultursaal, ein beliebter Spielort für Kabarett und Kleinkunst, der nach Heinrichs Schilderungen ein wichtiger „Frequenzbringer“ für die örtliche Gastronomie sei. Mit der Brauerei Lang bekam man ein weiteres Aushängeschild Freyungs zu Gesicht. Diese wurde im Jahr 2014, als sie kurz vor dem Aus stand, auf Initiative Heinrichs von einer Genossenschaft Freyunger Bürger übernommen. Mit der Bürgergenossenschaft habe man nicht nur die Zukunft der Ortsbrauerei gerettet, sondern auch ein Wir-Gefühl in der Bevölkerung erzeugt, brachte der Rathauschef zum Ausdruck. Der Schlüssel für den Erfolg der letzten Jahre liegt Heinrich zufolge darin, aufgehört zu haben, auf den auswärtigen Investor mit dem großen Geldkoffer zu warten: „Wir haben uns klar gemacht, dass dieser nicht nach Freyung kommen wird, weil die Renditen in Passau und Deggendorf deutlich höher sind.“ Dieser Umstand sei für die hiesige Kommunalpolitik ein Ansporn gewesen, die Freyunger davon zu überzeugen, selbst in die eigene Heimatgemeinde und damit in die Lebens- und Aufenthaltsqualität des eigenen Umfelds zu investieren. Dies sei letztlich mithilfe einer aktiven Netzwerkarbeit, einer vorausschauenden Grundstückspolitik, kommunalen Förderprogrammen und nicht zuletzt der Begleitung durch die Städtebauförderung geglückt. „Nun ist es wieder in Mode, im Kernort zu leben, zu arbeiten und zu wohnen“, brachte es Heinrich auf den Punkt. Und nicht zuletzt sei der Name Freyung bei den Menschen in der ganzen Region wieder positiv besetzt. Namens der Gäste aus dem Landkreis Landshut bedankte sich CSU-Vorsitzender Florian Hölzl für den aufschlussreichen und inspirierenden Bericht aus der Praxis: „Wir sind tief beeindruckt, wie man in Freyung mit strategischem Vorgehen und politischem Mut das Blatt gewandt hat. Der Stadtspaziergang war für uns ein lohnender und lehrreicher Blick über den Tellerrand, den wir bewusst an den Anfang unserer zweitägigen Inhaltsarbeit gestellt haben.“ (Ein eigener Bericht zur Arbeitstagung folgt.)

 

Download der FREYUNGER ERKLÄRUNG

 

dr heinrich

Bild 1: Dr. Heinrich begrüßt die Gäste aus Pfeffenhausen vor dem Stadtspaziergang im Kurhaus

auditorium

Bild 2: Die Pfeffenhausener Kommunalpolitiker verfolgen die einführenden Worte von Dr. Heinrich