Wir müssen Begegnungsräume mit Leben füllen und für gesellschaftliche Teilhabe einstehen

Inspirierendes Werkstattgespräch des CSU-Ortsverbands mit AWO-Geschäftsleiter Buchta und Turnerpräsident Hölzl
Pfeffenhausen. Am Freitagabend hielt der CSU-Ortsverband im vollbesetzten Elektrogeschäft Dürmeyer ein Werkstattgespräch zum Thema "Was hält Pfeffenhausen zusammen?" ab. Ziel des Formats war, gemeinsam mit fachkundigen Experten und interessierten Bürgern der Fragestellung auf den Grund zu gehen, was notwendig ist, um auch weiterhin gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Gemeinde zu stiften.
Gemeinsam mit Bürgermeister Florian Hölzl waren Philipp Buchta, Geschäftsleiter der Arbeiterwohlfahrt Landshut, und Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turnerbunds, auf dem Podium.
Nach der Begrüßung durch Hermann Dürmeyer und der Vorstellung der Podiumsgäste durch Dritten Bürgermeister Josef Hyronimus fragte CSU-Fraktionssprecher Michael Wensauer, Moderator des Abends, danach, wie sich Gesellschaft verändert und welche Schlussfolgerungen gezogen werden müssen.
Buchta sprach davon, dass sich familiäre Strukturen zwar veränderten, aber immer noch die Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen seien. Turnerpräsident Hölzl wusste zu berichten, dass Corona dem Ehrenamt zugesetzt habe und es schwieriger werden würde, Helfer, Trainer und Vereinsfunktionäre zu finden. Diejenigen, die sich engagierten, seien aber mit viel Herzblut dabei.
Bürgermeister Hölzl betonte, dass Megatrends wie Demographie und Digitalisierung, die den gesellschaftlichen Wandel vorantrieben, auch vor den Toren Pfeffenhauens nicht Halt machten. Während es zum Beispiel 1960 noch 99 Geburten gegeben habe, sei die Zahl zuletzt auf rund 40 zurückgegangen. Ein familienfreundliches Umfeld sei wichtig, um jungen Eltern den Spagat zwischen Familien- und Erwerbsleben zu ermöglichen.
Zum anderen müsse man in Anbetracht einer älter werdenden Gesellschaft das Unterstützungsnetz im Alter erhalten und ausbauen. Neben dem vor Ort etablierten Hilfeleistungssystem sei zum Beispiel eine Nachbarschaftshilfe ein lohnender Gedanke.
Im weiteren Verlauf stand, auch unter Einbezug des Kandidatenteams für die Kommunalwahlen, das Suchen konkreter Lösungsansätze im Fokus. Buchta schilderte dabei das örtliche Engagement der Arbeiterwohlwahrt im Bereich der Jugendsozialarbeit und des Offenen Ganztags. Die Zahl der Ganztagsschüler nehme rasant zu, so dass man das Angebot ausweiten wolle. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bezeichnete er als ideal.
Danach gefragt, wie sich die knapper werdenden öffentlichen Kassen auf die Arbeit freigemeinnütziger Träger auswirkten, meinte Buchta: "Ich will nicht jammern, sondern aus den gegebenen Rahmenbedingungen das Beste machen".
Alfons Hölzl empfahl, in eine wertige Ausbildung der Ehrenamtlichen in Sport, Musik, Kultur und den Hilfs- und Rettungsdiensten zu investieren. Sie seien ein rares Gut, um das man sich kümmern müsse. Unter Bezugnahme auf eine Delegationsreise, die in kürzlich nach Dänemark geführt habe, plädierte er dafür, bei kommunalen Planungen immer auch das Sport- und Bewegungsbedürfnis der Menschen konsequent mitzudenken.
Für den Deutschen Turnerbund sprechend gab er sich offen, was eine künftige Zusammenarbeit anbelangt: "Wir sind offen und verstehen uns als Partner der Kommunen."
Moderator Wensauer wollte schlussendlich auch von Bürgermeister Hölzl wissen, was aus seiner Sicht die zentralen Handlungsfelder seien, um ein gutes Miteinander in der Gemeinde sicherzustellen. Ganz grundsätzlich, so Hölzl, sei man mehr denn je gefordert, Menschen und Angebote zu vernetzen. Weiter müsse man die nun beispielsweise im Bürger- und Gesundheitszentrum entstehenden Begegnungsräume mit Leben, mit ganz konkreten Angeboten für alle Generationen füllen.
Im Hinblick auf die schulische Bildung und den immer prominenter werdenden Ganztag sei der Ausbau von Kooperationsangeboten mit Vereinen und örtlichen Organisationen wichtig, um Kinder und Jugendliche für die örtlichen Strukturen zu gewinnen. Ein Herzensanliegen, so Hölzl, sei ihm, die Schwächeren in unserer Gesellschaft nie aus dem Blick zu verlieren. "Wir müssen bei dem, was wir politisch vorantreiben, immer darauf achten, dass auch für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel gesellschaftliche Teilhabe möglich bleibt."
An den Talk unter Lampen schloss sich ein lockerer Austausch an, anlässlich dessen viele Gedanken im kleinerer Runde vertieft diskutiert wurden.





